Was steht auf dem Chip?
Auf Microns kleinen BGA-Speichergehäusen steht statt der vollständigen Teilenummer ein fünfstelliger Code, zum Beispiel D9XPZ. Der Code selbst verrät nichts: weder die Produktfamilie noch den Typ noch die Kapazität. Was er bedeutet, erfährt man erst über Microns FBGA-Decoder.
Dort ergibt D9XPZ die Teilenummer MT62F768M64D4BG-031 WT:A. Laut Produktseite ist das LPDDR5-RAM mit der Organisation 768M × 64 Bit, also 48 Gigabit. Geteilt durch acht sind das 6 GB. Dass der kleine schwarze Chip in Ihrer Hand 6 GB RAM hat, erfahren Sie also aus dem Herstellerdokument, nicht aus den fünf Zeichen darauf.
Andere Hersteller
Samsung und SK hynix drucken meist die vollständige Teilenummer auf. Die Kapazität steht aber auch dort nicht im Klartext; sie ist in der Nummer kodiert, und ihre Bedeutung findet man im Katalog des Herstellers. Micron verwendet dasselbe Kurzcode-System auch bei Gehäusen, die RAM und Speicher kombinieren.
| Aufschrift auf dem Chip | Hersteller | Laut Dokument | Quelle |
|---|---|---|---|
| D9XPZ | Micron | 6 GB LPDDR5-RAM (MT62F768M64D4BG-031 WT:A) | Micron FBGA-Decoder |
| JZ177 | Micron | 64 GB UFS + 4 GB RAM in einem Gehäuse (MT29VZZZAD8FQFSL) | Micron FBGA-Decoder, TN-29-85 Rev E |
| PS128 | SpecTek (Micron) | 8 GB RAM (SM2G32Z32MD4DNQ) | SpecTek Part Marking Decoder |
| K3RG2G20CA-MGCJ | Samsung | 4 GB mobiler RAM | Samsung 1H 2017 Product Selection Guide, S. 8 |
| H9HKNNNDGUMUBR-NMH | SK hynix | 3 GB mobiler RAM | SK hynix Q2 2017 Mobile Memory Databook, S. 2 |
| EMMC08G-ML36 | Kingston | 8 GB eMMC-Speicher | Kingston eMMC-Flyer 2021, S. 2 |
Bit oder Byte?
Herstellerdokumente geben die Dichte meist in Gigabit (Gb) an. Im Handel mit Telefonen und Elektroschrott spricht man von Gigabyte (GB). Der Unterschied ist der Faktor acht. Dieser eine Kleinbuchstabe könnte auch manche Fehler in Chipcode-Tabellen erklären; darum geht es in einer eigenen Notiz.
So geht BoardVision vor
BoardVision liest die Aufschrift über die Kamera oder ein Foto direkt auf dem Gerät. Den gelesenen Code sucht die App in einer Referenzliste mit 1.189 Zeilen; 524 davon sind durch ein Herstellerdokument belegt. Die Kapazität wird nur angezeigt, wenn der Code in der Liste steht. Steht er nicht darin, meldet die App „kein Treffer“ und rät nicht.
Bei den ersten echten Fotos (10. Oktober 2026) wurden drei Chipcodes Zeichen für Zeichen gelesen. Keiner der drei stand in der Liste, deshalb zeigte die App keinen Treffer. Ein verblasster vierter Code ließ sich nicht lesen.
Grenzen
- Die Lesegenauigkeit mit einer echten Kamera wurde noch nicht gemessen, deshalb nennen wir keine Quote.
- BoardVision prüft einen Chip nicht elektrisch und beweist nicht, dass ein Chip echt ist. Die Aufschrift sagt nur, was der Chip zu sein behauptet.
- Die Versionen für iOS und Android sind in Entwicklung und noch nicht in den App-Stores. Heute arbeiten wir mit einem internen macOS-Prototyp.
